Mühselig und beladen

Evangelium

Matthäus 11, 25-30

25 In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast. 26 Ja, Vater, so hat es dir gefallen. 27 Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. 28 Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. 29 Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. 30 Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.

In diesem Ausschnitt des Matthäusevangeliums ist von drei Menschengruppen die Rede: von den „Klugen und Weisen“, den „Unmündigen“ und „Mühseligen und Beladenen“. Diese Gruppen unterscheiden sich unter anderem darin, wie sie zu Jesus und seiner Verkündigung stehen.

In den Versen 25 und 26 spricht Jesus zu Gott Vater, im Vers 27 zu den Jüngern und in den Versen 28 bis 30 zu den „Mühseligen und Beladenen“. Er dankt Gott für die Sendung in die Welt und die damit verbundene Möglichkeit, etwas von Gott in der Welt sichtbar zu machen. Doch nicht alle Menschen erkennen im Wirken Jesus die dahinterstehende göttliche Wirklichkeit. Zu dieser Menschengruppe gehören die „Weisen und Klugen“. Gemeint sind die religiösen Autoritäten der Zeit. Die Unmündigen, nämlich die Jünger Jesus, haben zumindest eine Ahnung vom göttlichen Hintergrund. Dass sich Gott den Unwissenden erschließt, ist ein alttestamentliches Motiv.

Ist es eine Frage des Intellekts, Gott in den Taten Jesu zu erkennen? – Wohl nicht. Denn den „Weisen und Klugen“ mangelt es ja nicht am Intellekt. Es kommt vielmehr auf die Offenheit und Bereitschaft an, sich auf Jesus einzulassen. Die „unmündigen“ Jünger haben etwas von dieser Bereitschaft verstanden. Von einigen wird in den Evangelien erzählt, dass sie auf den Ruf Jesu hin ihr altes Leben zurücklassen und sich auf Jesus einlassen.

Die dritte Gruppe, die Jesus ab Vers 28 anspricht, die „Mühseligen und Beladenen“, lädt Jesus ein, sich mit seiner Botschaft auseinanderzusetzen. Die Argumente das zu tun sind das Versprechen eines leichten Jochs und Ruhe für die Seele. Der Hintergrund des „leichten Jochs“ ist der Vorwurf an die Pharisäer und Schriftgelehrten, den Menschen durch komplexe religiöse Vorschriften Lasten aufzubürden, Vorschriften, die sie selber nicht einmal leben. Jesus will den Menschen die Lasten nehmen, indem es ihm um den Kern der Botschaft, das Handeln nach Gerechtigkeit, und nicht um vordergründiges Verhalten geht. Auch seine Forderungen (in der Bergpredigt) sind herausfordernd. Entscheidend ist, dass er das Joch in der Haltung der Güte und Demut auferlegt. Ruhe können die Menschen finden finden, indem sie in Jesus eine stabile Orientierung finden.

Der Reformator Martin Luther fand mit seinen Reformvorschlägen soviel Zustimmung, weil er den von umfassenden religiösen „Musts“ Beladenen Erleichterung versprach, indem er ihnen sagte, dass es auf ihren inneren Glauben ankommt und nicht sosehr auf die Werke. „Normale“ Menschen im Unterschied zu Priestern und Ordensleuten hatten den Eindruck, dass sie sich neben den Pflichten des Berufs, den Pflichten als Mutter und Vater, den religiösen Pflichten immer nur unzureichend widmen konnten und daher mit einem Fuß im der Hölle standen. Luther verwies auf den Gnade Gottes, die den Glauben erst ermöglicht und den Werken voraus ist.

In den Mühseligen und Beladenen werden sich viele Menschen insofern wiederfinden, als sie sich so erleben. Ob sie auch der Einladung Jesu folgen, ist eine andere Sache. Intellektualität und Religion gehen mit Ausnahmen nicht zusammen. Und das, obwohl ich eine starke Intellektualisierung des Christentums schon sehr früh sehe, oder vielleicht gerade deswegen. Was macht Religiosität und Glauben aus? – Rationales Denken, Erklären, Beweise oder Erfahrungen des Göttlichen? – Was bräuchten die Mühseligen und Beladenen von heute, die ums Überleben Kämpfenden, Gestressten, Gehetzten, die ständig um ihr Image Bemühten? – Eine hochintellektuelle Theologie oder etwas, mit dem sie Orientierung und Ruhe finden können?

1. Fastensonntag 2020

Evangelium

Mt 4,1-11

1 Dann wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel versucht werden.

2 Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn.

3 Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird.

4 Er aber antwortete: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.

5 Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt, stellte ihn oben auf den Tempel

6 und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er um deinetwillen, / und: Sie werden dich auf ihren Händen tragen, / damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.

7 Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.

8 Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht

9 und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.

10 Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen.

11 Darauf ließ der Teufel von ihm ab und siehe, es kamen Engel und dienten ihm.

Führe uns in der Versuchung

Jesus fastet 40 Tage in der Wüste. Frei von jeglicher Ablenkung prüft er seine Bestimmung. Ihm wird vermutlich immer deutlicher bewusst, dass ihn sein Weg ans Kreuz bringen wird, ein Weg, den man nicht einfach zur Kenntnis nimmt. Fasten bewirkt eine größere Sensibilität, der Fastende ist ganz auf sich zurückgeworfen, und wird so auch für die Versuchungen offen, die darauf abzielen, ihn vom sich abzeichnenden Weg abzubringen. Jesus wird in dreifacher Weise versucht: 

  • Jesus soll aus Steinen Brot machen: die Versuchung zum Materiellen (Materialismus), die Versuchung/der Irrweg, unsere gesamten Bedürfnisse mit Essen, Trinken, materiellen Besitztümern erfüllen zu können
  • Jesus soll vom Tempel springen: die Versuchung, die Macht Gottes zu missbrauchen, die Versuchung, ein Spektakel in Szene zu setzen und selbst dabei im Mittelpunkt zu stehen 
  • Jesus soll sich vor dem Teufel niederwerfen: die Versuchung zur Macht, die Versuchung, aus eigener Macht Glück und Erfüllung zu finden

Gleich nachdem Jesus von Gott die Zusage „Du bist mein geliebter Sohn“ erhalten hat, wird er versucht. Die Versuchungen Jesus zeigen zunächst, dass Jesus wirklich Mensch ist und daher neben Schmerz, Enttäuschung, … auch Versuchungen kennt (was der Aufregerfilm „Die letzte Versuchung Christi“ von Martin Scorsese aus dem Jahre 1988 ausführlich dargestellt hat). Dass Jesus den Versuchungen widersteht, zeigt andererseits auch, dass er aus einer besonderen göttlichen Kraft heraus gelebt hat.    

Die Versuchungen laufen darauf hinaus: Jesus soll sich selbst in den Mittelpunkt stellen. Er soll danach trachten, möglichst mächtig zu werden, er soll sein Glück selbst in die Hand nehmen und soll sich nicht darauf verlassen, dass sich Gott um ihn kümmert. Der Glaube an Gott, an einen Gott, der sich um die Menschen kümmert, steht auf dem Spiel.

Wege zur Erfüllung

In der dramatischen Erzählung von den Versuchungen Jesus geht es nicht nur um Jesus. Es geht um die Frage, welche Wege zu einem erfüllten Leben und zu echtem Glück führen und welche Wege Holzwege sind.

Die Versuchungen: Suche mit allen Mitteln dein Glück, sei auf deinen Vorteil bedacht, arbeite an deiner Karriere, mach dir einen Namen. Religion und Mitmenschlichkeit können dir dabei helfen, aber stelle sie nicht über deine eigenen Interessen.

Finden wir auf diese Weise wirklich zu einem erfüllten Leben? Oft denken wir tatsächlich so: Wenn ich beruflich ganz oben bin, dann kann ich mich zurücklehnen und mein Leben genießen. Wenn ich mir einen guten Namen gemacht habe (in der beruflichen Welt, in der Wissenschaft, im Sport, in der Kirche …), dann werde ich zufrieden sein. Wenn ich bei allen beliebt bin, dann kann ich mit mir selber zufrieden sein. Wenn ich diese „Abenteuer“ noch „erledigt“ habe, dann bin ich endgültig erfüllt („Powerplay des Lebens“).

Das Problem ist nur: Sobald wir das Ersehnte erreicht haben, stellt es sich als Schein heraus. Die Träume, denen wir nachgejagt haben, zerplatzen wie Seifenblasen. Nun kommt das Eigenartigste: Wir geben uns schon wieder den nächsten Illusionen hin.

Jesus widersteht den Versuchungen, weil er weiß, dass der Mensch nur dort zur Ruhe kommt, wo er Gott findet. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, von seinen Besitztümern, seiner Karriere, seinem Ansehen und seiner Macht. Selbst menschliche Liebe und Sympathie stellen ihn nicht endgültig zufrieden. Erst wenn ein Mensch sieht, dass Gott ihn freundlich ansieht und Du zu ihm sagt („Du bist mein geliebter Sohn/meine geliebte Tochter“), kommt die Sehnsucht zur Ruhe. Das Glück liegt in Gott, weil der Mensch durch Gott vollkommene Annahme erfährt und so lernt, sich selbst anzunehmen und die Möglichkeiten, die in ihm stecken, zu entdecken. Er bekommt eine andere Sicht der Wirklichkeit. Die Welt ist eine wunderbare, voller Geheimnisse, aus Liebe geschaffen. Die Menschen blühen auf, wenn man sie freundlich behandelt.

Jesus hätte sicher auch lieber ein angenehmes Leben geführt, aber er war sich dessen bewusst, dass er auf Gott vertrauen und setzen kann, und musste nicht all die Irrwege gehen. Er wusste, dass er nicht auf die eigene Macht setzten muss. Sein Glaube an Gott Vater hält Stand.

Vgl. https://peter-hirschberg.de/artikel/32/mt-41-11-die-versuchungen-jesus

Gott sei Dank, alle Probleme sind gelöst

Lederhosen

Wir verbieten den muslimischen Frauen das Kopftuch.
Wir verbieten den Arbeitslosen Hemden.
Wir verbieten den Kriminellen Hauben.
Wir verbieten den Obdachlosen Bärte.
Wir verbieten den Nörglern Ohrschützer.
Wir verbieten den Desorientierten Unterhosen.
Wir verbieten den Steirern grüne Janker.
Wir verbieten den Schifahrern Handschuhe.
Wir verbieten den Fußballern Leiberl.
Wir verbieten den Jägern Hüte.
Wir verbieten …

Gott sei gedankt, alle Probleme sind gelöst.
Und wir stehen nakad da.

low earth orbit

Wie Gott in der Welt handelt

Vom magischen Denken zum handelnden Gott

Jesus der Geometer
Darstellung Christi als Geometer. Miniatur aus einer französischen Bible moralisée, 13. Jahrhundert
(https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/4d/God_the_Geometer.jpg/1200px-God_the_Geometer.jpg, frei)

Handelt Gott in der Welt, greift Gott in das Weltgeschehen und in das Leben des einzelnen Menschen ein? – Diese Fragen haben eine lange Vorgeschichte, die in einer langen Epoche des magischen Denkens und Weltbildes beginnt (ein Denken, das heute noch in animistischen Kulturen und rudimentär sogar in westlich-aufgeklärten Gesellschaften zu finden ist). Die Menschen glauben noch nicht an Götter, sie erleben aber, dass vieles, was geschieht, nicht durch sie selber bewirkt wird, sondern durch verborgene Kräfte und Mächte. Die Menschen fragen sich, was sie tun oder lassen sollen, damit diese verborgenen Kräfte und Mächte ihnen wohlgesonnen sind. Diese frühe Stufe ist geprägt von der Annahme einer jenseitigen Wirklichkeit, die sich auf die Menschen auswirkt.

In einer weiteren Phase wird die magische Weltsicht durch kritisches Reflektieren in Frage gestellt, eine Entwicklung, die in den entstehenden Hochreligionen fortgesetzt wird. Zunächst ist es die Vorstellung, dass die Welt von einer verborgenen Ordnung bestimmt wird, von einer kosmischen Ordnung, in der ein Gott noch keinen Platz hat. In der östlichen Welt ist es die Vorstellung von einem ewigen Kreislauf, der eigenen Gesetzen folgt und in den die Menschen hineinverwoben sind.  Der Buddhismus hegt die Illusion, Geschichte, Welt, Materie und Stoff zu überwinden. Bei den Griechen ist es die Vorstellung einer Welt mit verschiedenen Sphären. Der Mensch ist an die Materie gebunden, hat aber eine Ahnung und einen Anteil an einer immateriellen Welt, die eines Tages überwunden wird. Jetzt ist der Mensch noch im Gefängnis des Materiellen.

Eine dritte Epoche wird mit dem alttestamentlichen Jahwe-Glauben eingeleitet, demzufolge Gott ein in der Geschichte dieser Welt handelnder Gott ist. Dieser Glaube wird von der Überzeugung getragen, dass Gott die Juden als sein Volk auserwählt hat, indem er es aus der Versklavung in Ägypten befreit hat und vor der Auslöschung bewahrt hat (Dtn 26, 5-9). Gott ist ein Gott, der mit den Menschen durch die Zeit wandert, so dem Einzelnen Trost und Hilfe ist, und auch das Volk als Ganzes durch die Geschichte leitet. Das Volk Israel steht unter der Schutzherrschaft dieses Gottes. Vgl. Ps 46. Dieser Erwählungsglaube gerät in Israel selbst im 6. Jahrhundert v. Chr. in die Krise. Denn es ist offensichtlich, dass die Assyrer, die Babylonier und die Perser das Sagen haben und Israel nur ein kleiner Spielball ist. Diese Krise ist ähnlich heftig wie die neuzeitliche Krise des Gottes-Glaubens.

Das Abendland reagiert auf die jüdische Krise mit zwei gegensätzlichen Deutungen. Eine erste ist eine apokalyptische Sichtweise, derzufolge sich die Welt in Richtung Verfall, Unheil und Untergang entwickelt und Gott am Ende rettend eingreift. Die zweite Deutung (vom 5. Jahrhundert n. Chr. bis zum Deutschen Idealismus) beantwortet die Frage nach dem Wirken Gottes in der Welt mit großen übergreifenden Geschichtsentwürfen, in die alles eingeordnet werden soll, was im Laufe der Geschichte passiert (Augustinus; Georg Wilhelm Friedrich Hegel).

Heute, nach den Katastrophen des 20. Jahrhunderts, sind beide Deutungen passé. Niemand kann Gottes Handeln im Rahmen eines großen Entwicklungsgedankens darstellen noch Gott aufgrund der geschichtlichen Erfahrungen rechtfertigen. Mit der Frage nach dem Wirken Gottes in der Welt steht und fällt aber der Glaube. Gott als handelndes Subjekt in der Geschichte ist objektiv nicht feststellbar, wie auch jegliches Transzendenz-Wissen prinzipiell nicht möglich ist. Gott kann nicht „gewusst“ werden. In unserer (immanenten) Welt gibt es Methoden und Regeln der Erkenntnis. Eine andere, transzendente Welt, kann logischerweise nicht mit diesen Regeln und Methoden erkannt werden. Transzendenz-Wissen ist prinzipiell nicht möglich.

Gott wirkt nur mit dem Menschen

Für viele Menschen ist das das Ende des Gottesglaubens. Für andere Menschen ist es der Anfang einer anderen Art von Glauben, in dem das Handeln Gottes nur in Verknüpfung mit dem menschlichen Handeln gedacht werden kann. Gott wirkt nicht ohne den Menschen in der Welt. Er versucht den Menschen zu gewinnen, verlockt ihn zum richtigen Handeln, respektiert aber die menschliche Freiheit. Philosophischer und theologischer ausgedrückt ermöglicht Gott das Handeln der Geschöpfe. Gottes Handeln beruht auf Kommunikation/Interaktion mit dem Menschen. Wieder einfacher gesagt: Gott handelt über die Herzen der Menschen. So spricht Gott in Hesekiel 11, 19 ja auch davon, das Herz aus Stein durch ein Herz aus Fleisch zu ersetzen.

Die Bibel ist voll von „Einladungen“ Gottes an die Menschen. Gott möchte die Menschen immer wieder auf Wege des Heiles bringen. Der Bogen der Bemühungen Gottes (Heilsgeschichte) spannt sich von der Schöpfung bis zur Menschwerdung Gottes in Jesus Christus. Daneben gibt die Bibel auch Zeugnis von einer Unheilsgeschichte, beginnend mit dem Brudermord.

Diese Art von Gottesglauben entspricht dem neuzeitlichen Denken vom Menschen, weil er die Freiheit des Menschen respektiert und ernst nimmt sowie die menschliche Verantwortung einfordert.

Für das Gebet hat dieses Glaubensverständnis zur Folge, dass es nicht darum geht, Gottes Willen zu verändern, sondern die eigene Weltwahrnehmung und Weltsensibilität, und Gottes Hilfe dabei. Augustinus bezeichnet Gebet als „Selbstermahnung“. Wenn Gebet Menschen verändert, verändert es auch die Welt. Der Glaube, dass Gott die Welt durchdringt, wird umgesetzt, wenn der Mensch sich von Gott erfassen, durchdringen und verändern lässt.

Quellen:
https://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/699.html
https://christenheit.wordpress.com/2014/08/25/wie-handelt-gott-in-der-welt/
http://www.vorlaender-lebensweise.de/wp-content/uploads/2015/10/Wie-handelt-Gott-in-der-Welt.pdf

Im Irrtum? – Mariä Empfängnis

Unbefleckte Empfängnis, Bartolomé Esteban Murillo (1617-1682)
Maria triumphiert über die Sünde, vom Kosmos anerkannt und gewürdigt (Krone der Sterne, Aura der Sonne, Mond als Fußschemel)

Mariä Empfängnis, ein katholisches Hochfest und in Österreich auch ein gesetzlicher Feiertag, wird seit 1708 (Papst Clemens XI) in der ganzen katholischen Kirche am 8. Dezember gefeiert. Pius IX verkündete 1854 das Dogma der ohne Erbsünde empfangenen Gottesmutter Maria. Damit wurde das Fest um einen weiteren Aspekt angereichert.
Der volle Name des Festes lautet heute „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“.

Kaiser Ferdinand III erhob 1647 Mariä Empfängnis am 8. Dezember zum Feiertag, weil Wien während des Dreißigjährigen Krieges von einer Fremdherrschaft verschont geblieben war. Maria wurde zur Schutzheiligen Österreichs. In der Nazi-Zeit wurde der Feiertag abgeschafft, im Jahr 1955 aber wieder eingeführt.

Mariä Empfängnis gedenkt der Empfängnis Mariens durch ihre Mutter Anna. Das Fest und das Dogma sagen, dass Maria von Beginn an von der Erbsündhaftigkeit verschont blieb, weil es Gottes Wille war, und auch in ihrem Leben sündenlos blieb.

Unter Ersbündhaftigkeit kann der Einfluss des Bösen auf jeden Menschen von Anfang an verstanden werden, der dazu führt, dass alle Menschen auch schlechte Taten begehen. Die Erzählung in Genesis 3 vom Fall des Menschen schildert in bildhafter Weise, wie die Sünde in die Welt kommt, weil ein Gebot Gottes übertreten wird. In Genesis 4 kommt in der Erzählung von Kain und Abel (Brudermord) zum Ausdruck, wie sich die Sünde verheerend auswirken kann. Diese begonnene Unheilsgeschichte findet ihren Fortgang, z. B. in der Erzählung vom Turmbau von Babel (Gen 11, 1-9), in der es um den Größenwahn und die Überheblichkeit der Menschen geht.

Neben der Unheilsgeschichte versucht Gott immer wieder auch eine Heilsgeschichte mit den Menschen zu schreiben, indem er z. B. Propheten beruft, die die Menschen auf die rechen Wege bringen sollen. Auch Jesus ist im weiten Bogen dieser Heilsgeschichte zu sehen.

Die Sündenlosigkeit Mariens ist eine der theologischen Voraussetzungen, dass sie ein ganz besonderes Kind gebären kann, Jesus, Sohn Gottes, Mensch und Gott zugleich. Noch viel stärker wird die göttliche Herkunft Jesu durch das Motiv der Jungfrauengeburt (Lukas 1, 26-38) mit der Kernaussage: „Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.“ (Lk 1, 35) betont.

Sündenlosigkeit Mariens und Jungfrauengeburt verweisen auf Jesu göttliche Herkunft, wobei aber festzuhalten ist, dass Jesus auch wahrer Mensch war. Die Kirche hielt schon früh fest: Jesus war wahrer Gott und wahrer Mensch.

Im langen Titel des Festes ist eine dritte Aussage: „Gottesmutter Maria“. Die Kirche hat auch schon früh festgehalten, dass Maria „Gottesmutter“ oder auch „Gottesgebärerin“ genannt werden kann.

Die früher intensiven Überlegungen und Auseinandersetzungen zu den Themen Erbsünde, Jungfrauengeburt, aber vor allem zur Frage, wie Jesus zugleich Mensch und Gott sein kann, ob Maria „Gottesgebärerin“ genannt werden kann, sind für die meisten heutigen Menschen nicht mehr nachvollziehbar.

Heute lesen wir aus den Evangelien, dass Gott sich durch die Menschwerdung Jesu ganz auf das Menschliche einlässt und die Menschen, besonders die Aussenseiter am Rande der Gesellschaft, zu Wegen des Heils einlädt. Die Werte, die diesen Weg kennzeichnen, sind Mitmenschlichkeit, Verständnis, Gewaltlosigkeit, Feindesliebe, Vorurteilslosigkeit, Courage, Verantwortung u. a. – Alle Menschen sind eingeladen, Wege des Heils zu gehen. Jedes Kind, jeder Erwachsene hat einen göttlichen Funken ins sich, der es/ihn dazu beruft. Die in irgendeiner Weise am Rande stehen, können Hoffnung schöpfen.

Die Arbeit ist für den Menschen da …

Die Arbeit ist für den Menschen da

Die Welt ist verkehrt, verrückt. Da gibt es unumstößlich im Mittelpunkt die Wirtschaft, das bedeutet: Bereitstellung von Gütern und Dienstleistungen (soweit gut) in ausreichendem Ausmaße in Teilen der Welt und in Übermaß in den reichen Ländern, Arbeit, Kapital, Ressourcen, Ausbeutung, Macht, Karriere. Danach hat sich alles zu richten, auch die Arbeitszeit. Das haben viele Menschen so verinnerlicht, dass sie sich eine andere Welt gar nicht vorstellen können.

Aber das ist eine verrückte Welt, eine verkehrte Welt. Was im Mittelpunkt ist, ist das Verkehrte. Denn in den Mittelpunkt gehört eindeutig nicht das Kapital, die Ausbeutung von Mensch und Ressourcen, sondern der Mensch. Alles hat sich nach dem Menschen zu richten. Der Mensch ist Mittelpunkt und Ziel allen Wirtschaftens. Alles andere ist schlichtweg skurril und pervers.

Es ist immer zu fragen: Was ist der Mensch, was macht das Menschsein aus, was braucht der Mensch, was sind seine wirklichen Bedürfnisse – und wie muss die Welt um diesen Menschen gestaltet werden? – Es wird eine Welt sein, in der die Arbeit für den Menschen da ist.

Spielereien

[codepen_embed height=“565″ theme_id=“0″ slug_hash=“ZrpRKP“ default_tab=“result“ user=“coinoperatedgoi“]See the Pen <a href=’https://codepen.io/coinoperatedgoi/pen/ZrpRKP/‘>Equal Rights Rainbow Slices Animation</a> by Amanda Ashley (<a href=’https://codepen.io/coinoperatedgoi‘>@coinoperatedgoi</a>) on <a href=’https://codepen.io‘>CodePen</a>.[/codepen_embed]

 

[codepen_embed height=“565″ theme_id=“0″ slug_hash=“ZRQJeg“ default_tab=“result“ user=“cathbailh“]See the Pen <a href=’https://codepen.io/cathbailh/pen/ZRQJeg/‘>Pixie’s Moon Cycle</a> by Bailh (<a href=’https://codepen.io/cathbailh‘>@cathbailh</a>) on <a href=’https://codepen.io‘>CodePen</a>.[/codepen_embed]

 

[codepen_embed height=“565″ theme_id=“0″ slug_hash=“wjObgv“ default_tab=“result“ user=“tekhaus“]See the Pen <a href=’https://codepen.io/tekhaus/pen/wjObgv/‘>CSS Doodling – Oscillating Sidebar</a> by Dev Tekhaus (<a href=’https://codepen.io/tekhaus‘>@tekhaus</a>) on <a href=’https://codepen.io‘>CodePen</a>.[/codepen_embed]

 

[codepen_embed height=“565″ theme_id=“0″ slug_hash=“kmLBK“ default_tab=“result“ user=“designerJordan“]See the Pen <a href=’https://codepen.io/designerJordan/pen/kmLBK/‘>CSS Filter – Blur</a> by Jordan Pagels (<a href=’https://codepen.io/designerJordan‘>@designerJordan</a>) on <a href=’https://codepen.io‘>CodePen</a>.[/codepen_embed]

 

[codepen_embed height=“565″ theme_id=“0″ slug_hash=“dKYzyv“ default_tab=“result“ user=“skullface“]See the Pen <a href=’https://codepen.io/skullface/pen/dKYzyv/‘>HTML Buddies &lt;del&rt; & <ins>: Stings</a> by Jessica Paoli (<a href=’https://codepen.io/skullface‘>@skullface</a>) on <a href=’https://codepen.io‘>CodePen</a>.[/codepen_embed]

 

[codepen_embed height=“565″ theme_id=“0″ slug_hash=“KRXYpg“ default_tab=“result“ user=“Wujek_Greg“]See the Pen <a href=’https://codepen.io/Wujek_Greg/pen/KRXYpg/‘>Pure CSS watch animation</a> by Grzegorz Witczak (<a href=’https://codepen.io/Wujek_Greg‘>@Wujek_Greg</a>) on <a href=’https://codepen.io‘>CodePen</a>.[/codepen_embed]

 

[codepen_embed height=“565″ theme_id=“0″ slug_hash=“MpQrKz“ default_tab=“result“ user=“r00bal“]See the Pen <a href=’https://codepen.io/r00bal/pen/MpQrKz/‘>Tic Tac Toe </a> by r00bal (<a href=’https://codepen.io/r00bal‘>@r00bal</a>) on <a href=’https://codepen.io‘>CodePen</a>.[/codepen_embed]

 

[codepen_embed height=“665″ theme_id=“0″ slug_hash=“bdGgzg“ default_tab=“result“ user=“blucube“]See the Pen <a href=’https://codepen.io/blucube/pen/bdGgzg/‘>Reading Progress Bar</a> by Ed Hicks (<a href=’https://codepen.io/blucube‘>@blucube</a>) on <a href=’https://codepen.io‘>CodePen</a>.[/codepen_embed]

 

[codepen_embed height=“565″ theme_id=“0″ slug_hash=“pVNKmL“ default_tab=“result“ user=“Rplus“]See the Pen <a href=’https://codepen.io/Rplus/pen/pVNKmL/‘>[CSS icon] Camera Aperture</a> by Rplus (<a href=’https://codepen.io/Rplus‘>@Rplus</a>) on <a href=’https://codepen.io‘>CodePen</a>.[/codepen_embed]

 

[codepen_embed height=“265″ theme_id=“0″ slug_hash=“XqJZrj“ default_tab=“result“ user=“housamz“]See the Pen <a href=’https://codepen.io/housamz/pen/XqJZrj/‘>Confused Developer</a> by Housamz (<a href=’https://codepen.io/housamz‘>@housamz</a>) on <a href=’https://codepen.io‘>CodePen</a>.[/codepen_embed]

 

[codepen_embed height=“565″ theme_id=“0″ slug_hash=“uevDx“ default_tab=“result“ user=“motorlatitude“]See the Pen <a href=’https://codepen.io/motorlatitude/pen/uevDx/‘>HTML 5 Canvas Polar Clock</a> by Lennart Hase (<a href=’https://codepen.io/motorlatitude‘>@motorlatitude</a>) on <a href=’https://codepen.io‘>CodePen</a>.[/codepen_embed]

 

[codepen_embed height=“565″ theme_id=“0″ slug_hash=“ZxRLVL“ default_tab=“result“ user=“ainalem“]See the Pen <a href=’https://codepen.io/ainalem/pen/ZxRLVL/‘>Triangular thoughts</a> by Mikael Ainalem (<a href=’https://codepen.io/ainalem‘>@ainalem</a>) on <a href=’https://codepen.io‘>CodePen</a>.[/codepen_embed]

 

[codepen_embed height=“565″ theme_id=“0″ slug_hash=“ZxXbeP“ default_tab=“result“ user=“jcoulterdesign“]See the Pen <a href=’https://codepen.io/jcoulterdesign/pen/ZxXbeP/‘>Solar System Explorer in CSS</a> by Jamie Coulter (<a href=’https://codepen.io/jcoulterdesign‘>@jcoulterdesign</a>) on <a href=’https://codepen.io‘>CodePen</a>.[/codepen_embed]

 

[codepen_embed height=“565″ theme_id=“0″ slug_hash=“MpBydd“ default_tab=“result“ user=“voldmort20dark“]See the Pen <a href=’https://codepen.io/voldmort20dark/pen/MpBydd/‘>Typography</a> by Abdelmonaem Shahat (<a href=’https://codepen.io/voldmort20dark‘>@voldmort20dark</a>) on <a href=’https://codepen.io‘>CodePen</a>.[/codepen_embed]

 

[codepen_embed height=“565″ theme_id=“0″ slug_hash=“XERJNE“ default_tab=“result“ user=“AliKlein“]See the Pen <a href=’https://codepen.io/AliKlein/pen/XERJNE/‘>SVG Draw On Scroll</a> by Ali Klein (<a href=’https://codepen.io/AliKlein‘>@AliKlein</a>) on <a href=’https://codepen.io‘>CodePen</a>.[/codepen_embed]

 

[codepen_embed height=“565″ theme_id=“0″ slug_hash=“oYYWxa“ default_tab=“result“ user=“Lunnaris“]See the Pen <a href=’https://codepen.io/Lunnaris/pen/oYYWxa/‘>Weather App</a> by Vanessa (<a href=’https://codepen.io/Lunnaris‘>@Lunnaris</a>) on <a href=’https://codepen.io‘>CodePen</a>.[/codepen_embed]

Meta Planning – oder wie Stammtischpolitik überwunden wird

Albert Einstein soll einmal gesagt haben:

A problem cannot be solved at the same level of thinking in which it was conceived.

Albert Einstein
Humphrey 1968

„Here, he is talking about going meta: moving to a level above. – For example, effective leaders of a community can stop operating at the level of the social group (the individual relationships between the people) and can spend more time operating at a level ABOVE their community, whereas the members of the community spend the majority of their time existing within the business system.

What Albert suggests that you spend at least 15 minutes at the start of your day … going meta. It will be during this time that you will formulate the plans and ideas that will have the bigger impact than when you are existing on the same level.“

Quelle: http://www.lifehack.org/483699/10-strange-productivity-secrets-they-didnt-teach-you-in-school

Was heißt das für PolitikerInnen? – PolitikerInnen, die auf dem Niveau ihrer WählerInnen bleiben und so Probleme lösen wollen, werden nicht viele Probleme lösen. Politik auf Stammtischniveau ist keine gute Politik. PolitikerInnen mögen sich durchaus die Probleme ihrer WählerInnen auf diesem Niveau anhören (sonst wirft man ihnen vor, abgehoben zu sein), um sie zu lösen, müssen sie sich in ihren Überlegungen auf eine höhere Ebene, eine Meta-Ebene begeben.

Überwachung untergräbt die Demokratie

Die Ideen einzelner PolitikerInnen zur Ausweitung der Überwachung in Österreich sollen mehr Sicherheit bringen, untergraben aber auf jeden Fall die Demokratie. Wenn es nach den Plänen des Innenministeriums geht, soll wieder eine Erfassung der Verkehrsdaten aller BürgerInnen, die beim Telefonieren und bei der Benutzung der diversen Internetdienste (WWW, Email usw.) anfallen, eingeführt werden. Strafverfolgungsbehörden sollen darauf zugreifen können. Ebenso soll ihnen der Zugriff auf die Daten möglichst aller Überwachungskameras ermöglicht werden. Das bedeutet nichts anderes, als dass alle BürgerInnen unter Generalverdacht stehen.

Überwachung

Ein ähnliches Gesetz (Vorratsdatenspeicherungs-Gesetz), das im April 2012 in Kraft getreten war, war bereits im Juni 2014 vom Verfassungsgerichtshof wieder aufgehoben worden, weil es gegen das in der Verfassung verankert Recht auf Privatsphäre verstieß (siehe http://unterricht.schule24.one/datenschutz-problemfaelle/). Dieses Gesetz hatte vorgesehen, dass Verkehrsdaten der Telekommunikation von den Providern sechs Monate gespeichert werden und dass die Strafverfolgungsbehörden in bestimmten Fällen darauf zugreifen dürfen.

Ob Überwachungsmaßnahmen dieser Art deutlich mehr an Sicherheit bringen, mag bezweifelt werden (vgl. VfGH-Präsident Gerhart Holzinger auf http://derstandard.at/2000052786527/VfGH-Praesident-Holzinger-kritisiert-Ueberwachungsplaene-der-Regierung). Was sie auf jeden Fall tun und was zu bedenken ist, ist, dass sie die Demokratie untergraben. Demokratie lebt davon, dass sich BürgerInnen auch in einem geschützten privaten Rahmen austauschen und ihre Meinung bilden können. Es ist daher sehr gut zu überlegen, wieviel Freiheit für etwas mehr Sicherheit geopfert werden soll.